Handarbeitsunterricht im 3. Schuljahr, Voljksschule Köln-Sülz, 1914
Handarbeitsunterricht im 3. Schuljahr, Voljksschule Köln-Sülz, 1914

Der kratzige Unterschied – historische Handarbeiten von „Arm“ und „Reich“ 1850 – 1950

Am  15.  November 2019 wurde die neue Sonderausstellung des Schulmuseums eröffnet. Sie wird über ein Jahr bis zum 31. Dezember 2020 gezeigt. Die Ausstellung ist Magdalene Trier (1925 – 2011) gewidmet. 

Als langjähriges Arbeitskreismitglied trug sie im Laufe von drei Jahrzehnten eine Sammlung historischer Handarbeiten zusammen, die inzwischen mehr als 3.600 Objekte umfasst und innerhalb der deutschen Schulmuseen einzigartig ist. Die neue Ausstellung macht erstmals eine umfangreiche Auswahl der Öffentlichkeit zugänglich. 


Stickmustertuch, Emmeline Schultz, 1856
Stickmustertuch, Emmeline Schultz, 1856

Seit 1872 war in den Volksschulen „Handarbeit“ ein neues obligatorisches Unterrichtsfach. Mädchen sollten die lebenspraktisch notwendigen Fertigkeiten Stricken, Stopfen, Ausbessern und Nähen eines Hemdes lernen. Demgegenüber waren den Absolventinnen der Höheren Töchterschulen dekorative Arbeiten wie Sticken, Häkeln und Klöppeln vorbehalten. 

Die Ausstellung betont den Kontrast von „Arm“ und „Reich“: auf der einen Seite unscheinbare, ärmlich wirkende, mehrfach geflickte Handarbeitsobjekte für den Alltagsgebrauch, auf der anderen Seite kostbare und edle Stickereien zur Verschönerung von Kleidung, Wäsche und Wohnungszierrat.

Als kostenlose Informationsbroschüre zur Ausstellung erscheint  Der Blaue Brief, Nr. 12“. 


Herrenunterhemd, mehrfach gestopft
Herrenunterhemd, mehrfach gestopft

Sonderausstelllungen
Begleitband zur Ausstellung: Schul-Heft 11
Begleitband zur Ausstellung: Schul-Heft 11

Das Schulmuseum veranstaltet regelmäßig Sonderausstellungen, die meist für die Dauer eines Jahres in dem Klassenraum im Obergeschoss gezeigt werden. Sie vertiefen Themen der Dauerausstellung, indem sie die ansonsten verborgenen umfangreichen Bestände im Depot und Archiv einbeziehen. Verantwortlich für Idee, Planung, Durchführung und Präsentation sind die Mitarbeiter des Arbeitskreises Schulmuseum. Besondere Ausstellungen der vergangenen Jahre wurden von reich illustrierten, ca. 80 Seiten umfassenden Broschüren begleitet, die in der Reihe der „Schul-Hefte“ erschienen und heute noch lieferbar sind.

Mit Nadel, Faden, Fingerhut – Geschichte des Handarbeitsunterrichts im Rahmen der Mädchenerziehung, 1987
Fibel, Schrift und Schule – Wie Kinder lesen und schreiben lernten, 1989
Es war einmal – Fabel- und Märchenbilder für die Schule, 1993
Sport ist Spitze! – Ein Überblick über die Geschichte des Turnunterrichts in deutschen Schulen, 1995
Szenen aus der Schule – Ein Bilder-Buch, 2002
Kein Puppen-Spiel – Seidenbau in der Schule, 2008
„Das wünsch ich mir, drum spare ich!“ –
Geschichte des Schulsparens, 2009
„Goldhähnchen und Unkepunz” –
der Sammler Carl Cüppers, 2011
„Wie wir in Reih' und Glied marschieren lernten.” – Schule im Nationalsozialismus, 2013
„Mein süßes Tinchen” – Kriegsalltag Bergisch Gladbach 1914/18
„Anton Feckter aus Paffrath (1800-1874)” – 55 Jahre Lehrer im preußischen Rheinland





Die Schul-Hefte



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