Die Kirche St. Clemens in Paffrath, um 1890<br />
(Fotoalbum Agnes Weyer, Bergisch Gladbach)
Die Kirche St. Clemens in Paffrath, um 1890
(Fotoalbum Agnes Weyer, Bergisch Gladbach)

Anton Feckter aus Paffrath

Mit 18 Jahren war der in Vilkerath als Sohn eines Küsters geborene Anton Feckter am 2. November 1818 von der Gemeinde Paffrath als neuer Lehrer angestellt worden. Zuvor hatte er als Präparand in seinem Heimatort erste Erfahrungen im Unterrichten gesammelt und sich dann in nur sechs Wochen an der Lehrerfortbildungsanstalt in Düsseldorf auf seinen Beruf vorbereitet.
Sein Vorgänger, der 1807 angestellte Vikar Stellberg, hatte noch in einem Stübchen seines Wohnhauses unterrichtet und nahm es wohl mit dem Schulbesuch der ihm anvertrauten Schüler nicht so genau: Im Juli 1810 waren von 255 schulpflichtigen Kindern gerade mal 16 gekommen.
 

Wohnhaus Feckter, um 1890     <br />
Foto: Vinzenz Feckter (StAGL, A 61)
Wohnhaus Feckter, um 1890
Foto: Vinzenz Feckter (StAGL, A 61)

Ab 1821 unterrichtete Anton Feckter in der neuen Schule am Flachsberg und bezog von der Gemeinde ein "Normalgehalt" von 65 Talern und 15 Silbergroschen. Hinzu kam das Schulgeld von den "bemittelten" Eltern, die pro Kind und Monat 3 Silbergroschen bezahlen mussten. Neben der  sozialen Situation des Lehrers Feckter und der ländlichen Bevölkerung sind die zahlreichen Schulversäumnisse, Fabrikarbeit der Kinder, der Lehrplan an der katholischen Schule, die Ausstattung sowie die Lehr- und Lernmittel der Zeit um 1840 wichtige Themen.
 
Die Ausstellung geht auch auf die Kritik ein, die Schulpfleger, Schulvorstand und der Pfarrer der Paffrather St. Clemens Kirche als Ortsschulinspektor zunehmend an Lehrer Feckter in seinem Alter übten. Sie schließt mit dem Ausblick auf die Katterbacher Schule - seit 1990 Standort des Schulmuseums. Diese war 1871 als Filialschule der Paffrather Schule für die Kinder bis zu 11 Jahren entstanden, damit "diese nicht so weite Wege machen mussten."
 
Am Beispiel des Lehrers Anton Feckter wird in dieser Ausstellung erstmals ein wichtiges Kapitel der Lokal- und Schulgeschichte des Rheinlandes zwischen 1815 und 1870 dokumentiert. Als Nr. 9 in der Reihe "Schul-Hefte" erscheint ein 140 Seiten umfassender Begleitband zum Preis von 10,00 €.
 
Mit Unterstützung von
Sonderausstelllungen


Das Schulmuseum veranstaltet regelmäßig Sonderausstellungen, die meist für die Dauer eines Jahres in dem Klassenraum im Obergeschoss gezeigt werden. Sie vertiefen Themen der Dauerausstellung, indem sie die ansonsten verborgenen umfangreichen Bestände im Depot und Archiv einbeziehen. Verantwortlich für Idee, Planung, Durchführung und Präsentation sind die Mitarbeiter des Arbeitskreises Schulmuseum. Besondere Ausstellungen der vergangenen Jahre wurden von reich illustrierten, ca. 80 Seiten umfassenden Broschüren begleitet, die in der Reihe der „Schul-Hefte“ erschienen und heute noch lieferbar sind.

Mit Nadel, Faden, Fingerhut – Geschichte des Handarbeitsunterrichts im Rahmen der Mädchenerziehung, 1987
Fibel, Schrift und Schule – Wie Kinder lesen und schreiben lernten, 1989
Es war einmal – Fabel- und Märchenbilder für die Schule, 1993
Sport ist Spitze! – Ein Überblick über die Geschichte des Turnunterrichts in deutschen Schulen, 1995
Szenen aus der Schule – Ein Bilder-Buch, 2002
Kein Puppen-Spiel – Seidenbau in der Schule, 2008
„Das wünsch ich mir, drum spare ich!“ –
Geschichte des Schulsparens, 2009
„Goldhähnchen und Unkepunz” –
der Sammler Carl Cüppers, 2011
„Wie wir in Reih' und Glied marschieren lernten.” – Schule im Nationalsozialismus, 2013
„Mein süßes Tinchen” – Kriegsalltag Bergisch Gladbach 1914/18
„Anton Feckter aus Paffrath (1800-1874)” – 55 Jahre Lehrer im preußischen Rheinland

Unterschrift von Anton Feckter, 30. Juli 1836<br />
[Ausschnitt: Ausstattung und Lehrmittel in der Schule Paffrath, 30. Juli 1836 (StAGL C 860)]
Unterschrift von Anton Feckter, 30. Juli 1836
[Ausschnitt: Ausstattung und Lehrmittel in der Schule Paffrath, 30. Juli 1836 (StAGL C 860)]




Die Schul-Hefte



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