Raum 3: Herr Lehrer und Fräulein Lehrerin
Spucknapf und Nagelbild
Der Raum deutet eine Lehrerwohnstube der Zeit um 1900 an. Ein Tisch enthält Reproduktionen von Archivalien zur Schulpraxis der Wilhelminischen Epoche. Dazu gehören ministerielle Verfügungen über die körperliche Züchtigung, das Aufstellen eines Spucknapfes zur Vorbeugung gegen die Tuberkulose oder die Regelung für die unterrichtsfreien Tage, die ausdrücklich auch die Feiertage der jüdischen Bevölkerung berücksichtigt. Die Geschichte der Bergisch Gladbacher Schulen während der NS-Zeit wird durch zwei Dokumente belegt: In einem Zeugnis der Volksschule Katterbach hat Schulleiter Anton Küfler 1938 den Begriff „Staatsbürgerkunde" durch „Rassenkunde" ersetzt. 1936 beschwerte sich ein Vater aus Bensberg in einem Brief darüber, dass im Religionsunterricht Moses und das „übrige Judengemüse" verherrlicht wird.


Gedenkblatt zur Trauerfeier für vier Lehrer und 72 Schüler des Lehrerseminars Wipperfürth, die im Ersten Weltkrieg gefallen waren, 1921Gedenkblatt zur Trauerfeier für vier Lehrer und 72 Schüler des Lehrerseminars Wipperfürth, die im Ersten Weltkrieg gefallen waren, 1921

Die patriotische Gesinnung der Zeit kommt in einem 1914/16 von der 1. Klasse des Lehrerseminars in Wipperfürth gestifteten „Nagelschild“ zum Ausdruck: Unter dem Motto „Unsere Zukunft liegt auf dem Wasser“ machten die Seminaristen symbolisch einen auf eine Holztafel gemalten Seeadler unverwundbar, indem sie ihn mit Eisennägeln beschlugen, die sie zuvor gegen eine Geldspende zum Wohl der Kriegerwaisen erworben hatten. Im Depot des Museums befindet sich ein weiterer Nagelschild mit einem U-Boot als Motiv.
Spucknäpfe, um 1900
Spucknäpfe, um 1900

Nagelschild, 1914/1916
Nagelschild, 1914/1916



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